Erfahrungsbericht meiner Türkeireise (24.05. bis 31.05.2005)
Bericht von Jessica Suhr
Katzenschwemme in den Hotelanlagen
Meine Mutter und ich wohnten 1 Woche
lang im Hotel Pegasos Royal in Incekum. In dieser Zeit begegneten uns innerhalb
der Anlage sehr viele Katzen. Weil ich das schon geahnt hatte und nie ohne
kiloweise Katzenfutter im Gepäck reise, habe ich die Tiere regelmäßig gefüttert.
Gleichzeitig versuchte ich, mit jemandem von der Hotelleitung Kontakt
aufzunehmen. Ich kam jedoch nicht weiter als bis zur Rezeptionschefin. Sie
versprach zwar, mit dem Direktor zu sprechen, um zu klären, ob man nicht
eventuell einen Futterplatz für die Katzen einrichten kann, doch bekam ich auch
nach 2 Tagen kein positives Feedback. Mittlerweile waren es schon verschiedene
Katzen, die ich innerhalb der Anlage gesichtet hatte.
Per Zufall bekam ich dann auch noch mit, wie eine Frau, sich hysterisch beim
Reiseleiter aufregte, weil sie eine Katze auf der offenen Terrasse des
Restaurants gesehen hatte (Kinder füttern die Katzen mitten auf der Terrasse.).
Sie sei allergisch und wohne in einem 5-Sterne-Hotel und verlange, dass diese
Tiere UNVERZÜGLICH verschwinden ! Daraufhin redete ich mit dem Reiseleiter und
hoffte so eine positive Lösung für die Katzen zu erreichen. Er sagte zwar, dass
das Hotel bereit sei, dem Tierschutz die Katzen zu überlassen, aber sie müssten
dafür sofort verschwinden.
Das Problem war nur, dass das Tierheim
hoffnungslos überfüllt war und auch keine private Pflegestelle Platz hatte, um
so viele Katzen auf zu nehmen. Was vorerst blieb, war, dass ich mit Futter die 2
Kätzinnen, die regelmäßig auf die Restaurant-Terrasse kamen, weg zu locken und
an einem anderen Platz zu füttern. Im Laufe der Woche begegneten mir in der
Anlage 12 verschiedene Katzen, davon 2 Kater, die ordentlich für Nachwuchs
sorgten.
Dem Schicksal überlassen
Unter anderem kam eine getigerte Kätzin
mit weiss regelmäßig an den Strand und ließ sich dort von ein paar netten
Urlaubern füttern. Das war natürlich wiederum auch nicht jedem recht und so
erzählten mir die netten Leute, was sie einen Tag vorher erlebt haben: Ein
deutscher Familienvater von 2 kleinen Jungs mit Frau fühlte sich von der
entfernt von ihm sitzenden Katze belästigt und bewarf sie mit Steinen. Was will
man dazu noch sagen ?????
Am nächsten Tag redete ich erneut mit der Rezeptionschefin, aber man merkte,
dass es bei ihr zum einen Ohr rein und zum anderen Ohr raus ging, was ich ihr
sagte. Da war es auch völlig illusorisch zu hoffen, dass sie den Hotelchef
überzeugen würde. Im Gegenteil: Man erzählte mir heiter, dass man das „Problem“
mit den Katzen löse, indem man sie einfängt und irgendwo weit weg in den Bergen
aussetzt.
Währenddessen wurde ich immer wieder mitleidig von Einheimischen beäugt, wenn
ich am Straßenrand völlig ausgehungerte und zum Teil verletzte Katzen fütterte.
Ein, zwei sprachen mich sogar an und fragten mich, was ich denn da mache und sie
lachten sich dabei kaputt….
Am Abreisetag führte mich eine der Kätzinnen von der Terrasse zu ihrem Versteck,
wo sie ihr einziges Baby hütete. Es war ca. 6 –8 Wochen alt und getigert.
Wenigstens lief es so weniger Gefahr, Hautkrebs zu bekommen. Seine Mama war
nämlich schneeweiss und hatte schon gerötete Stellen am Körper. Wie sehr
wünschte ich mir, wenigstens diesen Beiden helfen zu können !!!!! Aber ich hatte
keine Möglichkeit. Das Schlimmste für mich war diese Machtlosigkeit und der
Starrsinn der Verantwortlichen. Mir kamen die Tränen, als unser Transferbus kam
und ich wusste, ich muss die vielen Katzen ihrem Schicksal überlassen……