Richtigstellung der Aussagen in „Ein Brief von Chiquito“

 

Die von Chiquitos (jetzt Dr. Mabuse) neuen Haltern unter „Ein Brief von Chiquito“ und in diversen Foren veröffentlichten Aussagen sind in vielen Punkten falsch und schaden massiv dem Verein. Wir sehen uns daher gezwungen, mit einer Richtigstellung zu reagieren:

  

1.      Chiquito war nie ein Herztier-Hund und wurde NICHT durch Herztier vermittelt. Die Vermittlung erfolgte durch einen Berliner Tierschutzverein. An diesen wurde die Vermittlungsanfrage gestellt, dieser hat den Flug organisiert, war bei der Abholung am Flughafen dabei, hat den Vertrag geschlossen und sowohl die Vor- als auch die Nachbetreuung durchgeführt. Herztier hat - wie die anderen (allerdings lobend) erwähnten Vereine auch - mit Kostenübernahme auf Mallorca, Einstellen auf der Homepage zur Vermittlung etc. geholfen. Warum dies bewusst von den neuen Haltern falsch dargestellt wird, ist uns nicht bekannt.

 

2.      Richtig ist, dass Chiquito auf der privaten Finca einer Herztier-Helferin auf Mallorca untergebracht war, von der auch die Herztier-Welpenstation betreut wird.

Zur Klarstellung:

Chiquito sollte in der Klinik auf Mallorca auf Wunsch des Besitzers eingeschläfert werden. Er selbst hatte seinen Hund angefahren, die OP-Kosten waren ihm jedoch mit ca. 300 Euro zu hoch und so zahlte er lieber knapp 50 Euro und ließ Chiquito zur Einschläferung dort. Eine Ärztin und die Helferinnen der Klinik baten einige Tierschützer auf Mallorca um Hilfe, hatten aber kein Glück. Auch Herztier hatte wegen Überfüllung Aufnahmestopp. Allerdings waren Anja und ihr Mann dann bereit, Chiquito privat aufzunehmen, weil es keine andere Möglichkeit gab, ihn unterzubringen und er nicht in der Klinik bleiben konnte. Für die OP-Kosten in Höhe von 300 Euro hatten alle aus privater Tasche zusammengelegt - die Ärztin, die Helferinnen, Anja und ihr Mann. 

Herztier erklärte sich bereit, die weiteren Kosten für Impfung etc. in Höhe von 196,02 Euro sowie das Spezialfutter (ca. 60 Euro) und die Fahrtkosten der Tierarztbesuche zu übernehmen. 

Anja bat viele Tierschützer/-innen um Hilfe, insbesondere für die Vermittlung. Daher wurde Chiquito von mehreren Vereinen eingestellt, u. a. auch von Herztier und Eurodog Deutschland. Die Aussage „Es war zunächst nicht klar, welche Organisation für diesen Hund zuständig war.“ stimmt daher, weil Chiquito auf mehreren Internetseiten vorgestellt wurde. Falsch ist aber der folgende Satz: „Dann wurde deutlich, dass der Hund von Herztier vermittelt wurde.“  

Richtig ist: Die neuen Halter hatten ihr Pflegestellenangebot mit Übernahme-Option u. a. an Eurodog Deutschland gemacht, welcher dann aus praktischen Gründen (Verein in Berlin) die Vermittlung übernahm. Die Vorgespräche und Informationen wurden zwischen Anja, Eurodog Deutschland und den Haltern geführt, nicht mit Herztier. Ebenfalls wurde der Vertrag mit Eurodog Deutschland geschlossen. 

Wir möchten hier ausdrücklich nochmals klarstellen: Chiquito „gehörte“ niemandem, weder Herztier noch Eurodog Deutschland, noch einem anderen Verein, auch nicht Anja. Er war ein von seinem Besitzer zum Tode verurteilter Hund, dem viele engagierte tierliebe Menschen helfen wollten! Hätte Anja ihn nicht aufgenommen, würde er heute wahrscheinlich nicht mehr leben!!! 

 

3.   Frage der Halter:

Hat Herztier die Schmerzen des Tieres billigend in Kauf genommen, um Kosten für die 2. Operation in Spanien zu sparen?“
Diese polemische Unterstellung weisen wir entschieden zurück! 

Richtig ist, dass Chiquito am 19.7. für eine OP (allerdings am Kreuzband) in Narkose untersucht wurde, der Tierarzt aber von einer OP absah, da das Kreuzband nicht gerissen war. Zu diesem Zeitpunkt war der Nagel keinesfalls verrutscht. 

Auch halten wir es für äußerst unwahrscheinlich, dass der Nagel bereits in Spanien verrutscht ist und Chiquito bei seiner Ankunft „unsägliche Schmerzen“ hatte. E-Mail-Zitat der Halterin vom 06.08.2010, 03:16 Uhr: „wir sind gut angekommen. Chiquito ist munter und sehr freundlich. Er kam recht schnell aus der Box raus….Mit beiden Hunden scheint es auch gut zu klappen. Wir waren gerade Gassi. Er hat interessiert die Gegend erkundet. Tempura war frei. Er war angeleint und wollte immer mit ihr schnell laufen. Ich bin dann über kurze Strecken mit ihm schnell gelaufen.“
E-Mail vom 08.08.2010, 17:40 Uhr: „
heute waren wir mit den Hunden zum ersten Mal im Wald. Chiquito fand das toll.“

Zum Vergleich an dieser Stelle das Foto, welches die Halter auf ihrer Webseite veröffentlicht haben und welches die Fehlstellung zeigt. Die Unterschrift des Fotos gibt an, dass es nach der Ankunft aufgenommen wurde:

 

Hier nun ein Foto, das wir am 08.08.2010 von den Haltern per E-Mail geschickt bekommen haben und worauf keine derartige Fehlstellung zu sehen ist:


Ein weiteres Foto, welches die Halter auf ihrer Webseite veröffentlicht haben - Chiquito liegt völlig entspannt auf der angewinkelten Pfote!!! Kein Hund legt sich auf die Pfote und winkelt sie sogar an, wenn er dort „unsägliche Schmerzen“ hat.

 

Hingegen der beiden unteren Bilder sieht das erste Bild, das die gravierende Fehlstellung angeblich dokumentiert und lt. den neuen Haltern am selben Tag gemacht sein soll, bei genauer Betrachtung - vorsichtig formuliert - sehr befremdlich aus. 

Zudem stellt sich hier die Gegenfrage: wenn Chiquito bereits bei seiner Ankunft am 06.08.2010 „durch den in die Gelenkpfanne hinein geschobenen Nagel unsägliche Schmerzen“ litt, „Jeder Schritt bereitete ihm zusätzliche Schmerzen“ - warum sind dann die Halter erst am 10.08.2010 und somit erst nach vier Tagen zum Tierarzt gegangen? Da wir den neuen Haltern nicht unterstellen, dass sie Chiquito bewusst haben leiden lassen, kann es doch nur bedeuten, dass Chiquito keine offensichtlichen Schmerzen hatte. 

Wir haben außerdem das Röntgenbild, das den verrutschten Nagel zeigen soll, mehreren Tierärzten vorgelegt. Die Auskunft war übereinstimmend: Der Bruch ist in Ordnung. Der Nagel sollte aber entfernt werden. Eine leichte, preisgünstige OP. Herztier kann nicht beurteilen, welche Tierärzte Recht haben. Wir bitten daher alle, den eigenen Tierarzt zu befragen. Für eure Ergebnisse wären wir sehr dankbar!

Zum Vergleich hier die beiden Röntgenbilder (links: letzte Untersuchung in der Klinik auf Mallorca, rechts: Aufnahme aus Deutschland). Lt. Aussage der Halter sollen die Röntgenbilder identisch sein (s. Unterschrift, Bild rechts). Es ist jedoch deutlich zu sehen, dass der Nagel auf dem linken Bild nicht verrutscht ist.

         

Fazit: Herztier kann nicht beurteilen, ob die umfangreiche kostspielige OP tatsächlich erforderlich war. Bei Abflug von Chiquito nach Berlin aber war eine solche OP definitiv NICHT notwendig. Dies hat der behandelnde Arzt schriftlich bestätigt! 

 

4.      Aussage der Halter: „Worüber wir nicht im Vorfeld informiert waren ist Folgendes: Der Hund kam hier an, verfloht, verfilzt, verwurmt, untergewichtig und hatte wässrige Durchfälle.“ 

Richtig ist, dass die neue Halterin sogar ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass das Fell verfilzt und voller altem Flohkot sei, aber es wegen des Verbandes noch nicht möglich war, Chiquito zu waschen und zu scheren. Nachweislich lt. Tierarztrechnung hat Chiquito Flohmittel und Wurmkur bekommen. Sicherlich ist jedem bekannt, dass trotzdem ein erneuter Befall möglich ist. 

Richtig ist, dass Chiquito vor seinem Abflug keinen Durchfall hatte. Auch bei seiner Ankunft in Berlin hatte er keinen Durchfall. E-Mail-Zitat Frau Eisele, 06.08.2010, 03:16 Uhr: „Leider hat er auf der Gassirunde keinen Kot oder Harn abgesetzt. Das wird noch.“ Auch in ihrer ausführlichen E-Mail vom 08.08.2010 wird nichts von Durchfall erwähnt. 

 

5.      Frage der Halter: „Wenn die Kassen von Herztier so leer sind, wie kann die Vorsitzende von Herztier uns  vorschlagen ein frisch operiertes Tier, das nicht transportfähig war/ist für 1683,07 € uns abzukaufen und von Berlin nach Krefeld zu transportieren?“ 

Richtig ist: Herztier hat angeboten, Chiquito nach Rücksprache in eine Pflegestelle in Chemnitz - nicht Krefeld - ca. 250 km von Berlin, unterzubringen, die eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung gewährleisten könnte. Hintergrund dieses Angebots war eine E-Mail der neuen Halter, die der vermittelnde Berliner TSV und Herztier am 22.8.2010 erhielten, in der Chiquito als Angstbeißer beschrieben wurde, der außerdem eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigte.

Wörtliche Zitate auszugsweise:Evtl. Hundespychologe, da Dr. Mabuse durch den letzten operativen Eingriff dermaßen traumatisiert wurde, dass ich einen panischen, teilweise schreienden, schnappenden, angstagressiven Hund zurückerhielt. …. Der Chirurg, der ihn operierte rief mich Donnerstag früh an und sagte  ‚Holen Sie sofort Ihren Hund ab. Er beisst um sich und wir kommen ohne ihn zu narkotisieren nicht an ihn heran’ … Die Konsequenz ist, dass wir ihn rund um die Uhr betreuen. Wir schlafen in Schichten. Es ist immer jemand bei ihm, der aufpasst, dass er sich die Verbände nicht abreisst.“…   

Wenn wir die Möglichkeit haben, in solchen Fällen Hilfe anbieten zu können, tun wir dies und können es nachvollziehen, wenn sich die Halter überfordert gefühlt haben. Weiterhin erklärte sich ein privater Spender bereit, in diesem Fall die OP-Kosten in Höhe von 1.683,07 Euro zu übernehmen.  

Die Ausdrucksweise „abzukaufen“ ist wiederum nur polemisch. Vielmehr wurde Herztier in der o. g. E-Mail ausdrücklich von den neuen Haltern zu einer finanziellen Unterstützung aufgefordert. Zitat: „Eurodog Deutschland unterstützt uns finanziell und dies erwarten wir bei dieser Sachlage auch von Herztier.“ 

 

6.   Frage der Halter: „Wieviel Spendengelder sind für die 2. Operation in Spanien geflossen, welche nie stattfand?"

      Insgesamt sind 160,00 Euro an Spendengeldern für Chiquito eingegangen. Die Spender/-innen wurden informiert, dass die OP nicht stattgefunden hat. Die von Herztier übernommenen Tierarzt-Kosten betragen 196,02 € zzgl. Futter und Fahrtkosten. 

 

7.      Aussage der Halter: „Herztier hat uns, als sie von der OP in Deutschland erfuhren, sofort die Schutzgebühr erstattet und am 29.8.2010 angekündigt noch 60 Euro zur OP dazuzugeben. Auf diese 60 Euro warten wir immer noch.“ 

Richtig ist: Herztier hat von dem vermittelnden Verein nach erfolgter Vermittlung 250 Euro Spende als Kostenerstattung (auch für Anja) erhalten. Nachdem die Probleme mit Chiquito bekannt wurden, haben Herztier und Anja auf eine Kostenerstattung verzichtet und umgehend das Geld an die neuen Halter überwiesen. Die zugesagten 60 Euro werden wir ebenfalls überweisen und verzichten weiterhin auf Erstattung unserer Kosten, trotz der von den Haltern völlig zu Unrecht gegen Herztier ausgerichteten Kampagne.

 

Zum Schluss stellen wir noch ausdrücklich klar, dass uns das Schicksal von Chiquito, jetzt Dr. Mabuse, sehr nah gegangen ist und es keinesfalls so war, dass es uns kalt ließ und nicht interessiert hat. Der Kontakt wurde durch die Halter nach Chiquitos Ankunft zu uns aufgenommen und war sowohl telefonisch, als auch per E-Mail absolut freundlich und angenehm. Die Kampagne wurde gestartet, nachdem aus privaten Gründen keine Möglichkeit für die nächsten drei Wochen mehr vorhanden war, den täglichen Kontakt zu halten - und nachdem wir mit dem vermittelnden Verein abgesprochen hatten, dass dieser die weitere Betreuung komplett übernimmt und uns auch informiert, wie die Genesung von Dr. Mabuse voran schreitet.

Wir stellen uns immer noch die Frage, wie ein Verein (in diesem Fall Herztier) - ohne an den Vorgesprächen teilgenommen zu haben und ohne weitere Informationen über Chiquito erhalten zu haben, nachdem die Vermittlungsgespräche begannen - jetzt von den Haltern für den Leidensweg des Hundes schuldig gesprochen wird. Für uns steht fest, dass wir trotz dem immensen Schaden, den unsere Tiere durch diese Kampagne erleiden, weiterhin helfen werden, wenn es irgendwie möglich ist.

Herztier bittet alle Leser/-innen von „Ein Brief von Chiquito“ und Diskussionsteilnehmer/-innen der Foren, sich anhand der vorstehenden Fakten ein eigenes Bild vom „Fall Chiquito“ zu machen. Weitere sachliche Fragen beantworten wir gerne.

 

 zurück zur Startseite