Gedichte, Geschichten und Sprüche
Die Größe und den
moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere
behandelt.
Mahatma Gandhi
Wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein.
Arthur Schopenhauer
Wer Tiere quält, ist unbeseelt, und Gottes guter Geist ihm fehlt.
Mag noch so vornehm drein er schauen, man sollte niemals ihm vertrauen.
Goethe
Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du oh Mensch sei Sünde, mein Hund ist
mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
Franz von Assisi
Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen. Ein
jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz. Alle Geschöpfe der Erde
fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der
Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte
Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder.
Franziskus von Assisi
Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keinen möge ein Übel treffen. Möge
unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen! Ein jedes Wesen scheuet Qual, und
jedem ist sein Leben lieb. Erkenne dich selbst in jedem Sein und quäle nicht und
töte nicht.
Gautama Buddha
Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu
streicheln, einem Affe zuzunicken oder vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.
Maxim Gorki
Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich
nicht beißen. Das ist der Unterschied zwischen Hund und Mensch.
Mark Twain
Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es, was Menschen erst wirklich zum
Menschen macht.
Albert Schweitzer
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen
müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit
mancher Mitmenschen.
Ernst R. Hauschka
Eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es,
dass das Wort "Tierschutz" überhaupt geschaffen werden musste.
Theodor Heuss
Zehn Bitten eines Hundes an den Menschen
1. Mein Leben dauert 10 bis 12 Jahre. Jede Trennung von Dir bedeutet Leiden. Bedenke es, bevor du mich anschaffst.
2. Pflanze Vertrauen in mich - ich lebe davon.
3. Sprich mit mir, auch wenn ich deine Worte nicht ganz verstehe, so doch die Stimme, die sich an mich wendet.
4. Bedenke, ehe du mich schlägst, dass meine Kiefer mit Leichtigkeit zubeißen könnten, dass ich davon aber keinen Gebrauch mache.
5. Gib mir Zeit zu verstehen, was du von mir verlangst.
6. Zürne mir nie lange und sperr mich nicht zur Strafe ein! Du hast deine Arbeit und dein Vergnügen - ich habe nur dich.
7. Wisse, wie immer an mir gehandelt wird - ich vergesse nie!
8. Ehe du mich bei schiltst, bedenke, vielleicht plagt mich etwas.
9. Kümmere dich um mich, wenn ich alt werde. Du wirst auch einmal alt sein.
10. Geh jeden schweren Gang mit mir. Sag nie: "Ich kann so was nicht sehen".
Alles ist leichter für mich mit dir!
P. Börner
Wenn...
Wenn
du den Tag ohne Kaffee beginnen kannst, ohne gereizt zu sein,
wenn du immer fröhlich bist und
Wehwehchen und Schmerzen ignorieren kannst,
wenn du dich nicht beschwerst oder Leute
mit deinen Problemen langweilst,
wenn du jeden Tag dasselbe essen kannst
und dafür noch dankbar bist,
wenn du Verständnis dafür hast, dass die
Menschen die du liebst, zu beschäftigt sind, um Zeit mit dir zu verbringen,
wenn du darüber hinwegsehen kannst, dass
die, die du liebst, manchmal ohne Grund ihre Aggressionen an dir auslassen,
wenn du einen reichen Freund nicht besser
als einen armen behandelst,
wenn du der Welt ohne Lüge und ohne
Täuschung gegenüberstehen kannst,
wenn du wahrlich sagen kannst, dass es in
deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen, Farben,
Religionen, Weltanschauungen und politischen Meinungen gibt,
wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne
Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben,
dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.
Hermann Hesse
Warum?
Du
hast in meine Augen gesehen,
da war es schon um dich geschehen,
Du hast mich mit Nachhause genommen,
ich bin ganz neugierig mitgekommen.
Du hast mich stolz spazieren geführt,
die Bewunderung der Passanten gespürt.
Du hast mit mir getobt und gespielt,
und dich eine Weile glücklich gefühlt.
Dann
hab ich auf den Teppich gemacht.
Da hast du nicht mehr so freudig gelacht.
Dann musstest du fort, ich weiß nicht wohin,
ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin.
Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit,
ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit,
dann hab' ich vor Frust die Möbel zerkaut,
das war dir zuviel, und du wurdest laut.
Du
hast von Erziehung und Härte gesprochen,
und ich habe Deinen Zorn gerochen.
Du hast mich verbannt aus deinem Haus,
aus dem Zwinger kam ich nur noch selten raus,
Du hast mir Futter und Wasser gegeben
und gedacht, das sei genug für mein Leben.
Du hast ein neues Spielzeug gefunden -
hattest die Nase voll von uns Hunden.
Dann
wurde ich krank, lag einsam im Stroh,
ich dachte, mein Herz wird nie wieder froh.
Dann hast du bei mir nicht mehr saubergemacht,
mir nur noch meinen Fressnapf gebracht.
Dann hab' ich gewusst, bald ist es vorbei,
denn niemand hört meinen stummen Schrei.
Dann ging ich hinüber, weit von dir fort,
an einen neuen, besseren Ort.
Es
bleibt nur ein trauriger Blick zurück.
Soviel Leid für ein klein wenig Glück?
Ich frage dich, warum liebtest du mich?
Ich war doch nur ein Spielzeug für dich.
Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen,
du hast mir mein ganzes Leben genommen.
Warum liebtest du mich? Hast mich niemals begriffen.
Hast auf alle meine Gefühle gepfiffen.
Dein Herz ist kalt. Wird niemals warm.
Bei all dem Spielzeug bist du - arm...
(Autor unbekannt)
Liebes Herrchen,
am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt. Du nahmst meine Leine - was war ich glücklich!!! Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub - HURRA! Wir fuhren mit dem Wagen und Du hast am Straßenrand angehalten, die Tür ging auf, und du hast einen Stock geworfen. Ich lief und lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte. Aber als ich zurückkam, warst du nicht mehr da! In Panik bin ich in allen Richtungen gelaufen, um Dich zu finden aber vergebens! Ich wurde immer schwächer von Tag zu Tag. Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit. Bald befand ich mich in einen Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr. Aber Du bist nicht gekommen! Dann wurde der Käfig geöffnet. Nein, Du warst es nicht - es war der Mann, der mich gefunden hat. Er brachte mich in einen Raum - es roch nach Tod. Meine Stunde war gekommen...
Geliebtes Herrchen, ich will, dass Du weißt, dass ich mich trotz meines Leidens, das Du mir angetan hast, noch stets an Dein Bild erinnere. Und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte - ich würde auf dich zulaufen, denn
ICH HATTE DICH LIEB!!!
(Autor unbekannt)
Brief eines Welpen:
Heute bin ich gestorben. Ihr habt genug von mir gehabt. Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht. Es war überfüllt. Wahrscheinlich bin ich unter einem unglücklichen Stern geboren.
Jetzt liege ich in einem schwarzen Plastiksack. Mein Halsband, was zu klein war und auch schmutzig, hat die Frau, die mich auf das ewige Jagdfeld geschickt hat, abgenommen. Das und die kaum benutzte Leine, die ihr hier gelassen habt, wird ein anderer Welpe bekommen.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre, wenn ich den Schuh nicht zerkaut hätte? Ich wusste nur, dass es Leder ist und es lag vor mir auf dem Boden. Ich wollte nur spielen. Ihr habt vergessen, mir Hundespielzeug zu kaufen.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre, wenn ich stubenrein gewesen wäre? Ihr habt meine Nase da hinein gedrückt. Ich verstand es nicht. Es gibt doch Bücher und Schulen, wo man lernen kann, wie man Welpen so etwas beibringt.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre, wenn ich keine Flöhe in die Wohnung geschleppt hätte? Aber ohne Mittel kann man sie nicht loswerden.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre, wenn ich nicht gebellt hätte? Aber ich habe doch nur gesungen: Ich bin da, ich bin da, ich bin erschrocken und so einsam. Ich möchte Euer bester Freund werden!
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre, wenn ich Euch erfreut hätte? Aber wenn Ihr mich schlagt, wie kann ich Euch da erfreuen?
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre, wenn Ihr mich gelehrt hättet, mich richtig zu benehmen? Nach der ersten Woche habt Ihr keine Zeit mehr für mich gefunden. Ich habe den ganzen Tag auf Euch gewartet.
Heute bin ich gestorben.
Euer Welpe
Dein treuer Hund
Wenn alle dich meiden und hassen, ob mit oder ohne Grund, wird einer Dich niemals verlassen - und das ist Dein treuer Hund. Und würdest Du ihn sogar schlagen, ganz herzlos und ohne Verstand, er wird es geduldig ertragen und leckt Dir dafür noch die Hand. Nur Liebe und selbstlose Treue hat er für dich immer parat! Er beweist Dir täglich aufs Neue wie unsagbar gern er Dich hat. Nennst Du einen Hund Dein eigen, wirst du nie verlassen sein und solltest von Einsamkeit schweigen, denn Du bist doch niemals allein. Wird einst der Tod Dir erscheinen und schlägt dir die letzte Stund, wird einer bestimmt um Dich weinen und das ist DEIN treuer Hund. Drum schäme Dich nicht Deiner Tränen, wenn einmal Dein Hund von dir geht! Nur er ist, das will ich erwähnen ein Wesen, das stets zu dir steht!!!!!
Mein Leben dauert zehn oder zwölf Jahre. Jede Trennung von Dir wird für MICH Leiden bedeuten. Bedenke es, ehe Du mich anschaffst! Gib mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst! Pflanze Vertrauen in mich - ich lebe davon! Zürne mir nie lange und sperre mich zur Strafe nicht ein! Du hast deine Arbeit, dein Vergnügen, deine Freunde, ICH HABE NUR DICH! Sprich manchmal mit mir! Wenn ich auch Deine Worte nicht versteh, so doch Deine Stimme, die sich an mich wendet. WISSE: Wie immer an mir gehandelt wird - ICH vergesse NIE. Bedenke eh Du mich schlägst, dass mein Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchelchen Deiner Hand zu zerquetschen vermögen - ICH aber kein Gebrauch davon mache! Kümmere dich um mich, wenn ICH alt werde - auch DU wirst es!!
(Autor unbekannt)
Die traurige Geschichte von Lea
Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben. Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven ginge.
So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten.
All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem "Petshop", einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von anderen Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig. Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen. Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen "oh, sind die süß, ich will eines", aber dann gehen die Leute wieder fort.
Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist. Als sie am Morgen aus dem Käfig nehmen, sagen sie, sie sei krank gewesen, und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird. Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft! Jetzt wird alles gut! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und ihre Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen. Ich heiße jetzt Lea.
Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.
Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem begriffen, aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.
Jetzt bin ich 6 Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.
In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es "genetisch" und "nichts zu machen". Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.
Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los? War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach, wenn nur diese Schmerzen aufhörten! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchens ablecken, aber wenigstens erreiche ich seine Hand. Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich ... Gott sei dank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit. Ein Traum, ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie Auf Wiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.
Viele Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen. Stattdessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware. Lea
(Autor unbekannt)
Hunde haben keine Seele, oder doch?
Ich erinnere mich noch, wie ich dich nach Hause geholt habe. Du warst so klein
und knuddelig mit deinen winzigen Pfoten und deinem weichen Fell. Du stolpertest
durch den Raum mit blitzenden Augen und hängenden Ohren. Manchmal hast du einen
kleinen Heuler losgelassen um zu sagen "Das ist mein Revier!". Du machtest ein
Chaos aus dem Haus und kautest alles an, was du sahst, und wenn ich mit dir
geschimpft habe, hieltest du nur deinen Kopf gesenkt und schautest mich aus
unschuldigen Augen an, als ob du sagen wolltest "Tut mir leid, aber wenn du
nicht guckst, werde ich es wieder machen".
Als du älter wurdest, beschütztest du mich, indem du jeden anbelltest, der an unserem Fenster vorbeiging. Wenn ich nach einem harten Arbeitstag wiederkam, wartetest du wedelnd auf mich, um mir zu sagen "Willkommen zu Hause. Ich habe dich vermisst." Du hattest nie einen schlechten Tag und ich konnte mich immer auf dich verlassen. Wenn ich mich hinsetzte und Zeitung las oder Fernsehen schaute, hüpftest du auf meinen Schoß um Aufmerksamkeit zu erregen. Du hast nie mehr von mir verlangt als dir den Kopf zu streicheln, damit du auf meinen Beinen schlafen konntest.
Als du alt wurdest, liefst du nicht mehr so schnell herum. Dann, eines Tages, verlangte das Alter seinen Tribut und du konntest nicht mehr auf deinen wackligen Beinen stehen. Ich kniete mich zu dir und streichelte dich wie du da lagst, ich versuchte, dich wieder jung zu machen. Du schautest mich nur an, als ob du sagen wolltest, dass du alt und müde warst und, da du nie um etwas gebeten hattest, mich um einen letzten Gefallen bitten wolltest. Mit Tränen in den Augen fuhr ich noch ein letztes Mal zum Tierarzt. Ein letztes Mal lagst du neben mir. Warum auch immer warst du noch in der Lage in der Praxis aufzustehen, vielleicht war das dein Stolz. Als der Arzt dich wegführte, zögertest du einen Moment, drehtest deinen Kopf zu mir um Danke zu sagen. "Danke, dass du für mich gesorgt hast."
Ich dachte: "Nein, danke, dass du für mich gesorgt hast."
Von Chuck Wells