Projekt Mallorca
Das auf
Mallorca lebende Paar Heidi und Thomas kämpft gegen das Elend der Tiere. Sie
retten die Hunde von der Straße oder der Kette, holen die Todeskanditaten aus
den Perreras und nehmen sie in ihrer Finca auf. Sicherlich ist es Heidi und
Thomas nicht möglich, das ganze Leid von den Tieren auf Mallorca zu nehmen, aber
jede einzelne gerettete Seele ist es wert und die Hunde danken es diesen beiden
Menschen so sehr, dass es niemand übersehen kann.
Heidi und Thomas verzichten fast komplett auf eigenen Luxus und stecken ihre ganze Energie in die Rettung und Versorgung der Tiere. Sie sind mit viel Herz und Engagement bei der Sache und freuen sich immer wieder, wenn ein Hund ein kuscheliges Plätzchen bei einer lieben Familie gefunden hat.
Herztier unterstützt Heidi und Thomas und wir sind glücklich, solch engagierte Tierschützer mit unendlich großen Herzen gefunden zu haben. Unser Dank geht direkt nach Mallorca zu Heidi und Thomas, denn ohne solche Menschen wäre das Leid der Tiere um ein Vielfaches größer.
Wie Heidi und Thomas zum Tierschutz gekommen sind und wie ihre tägliche Arbeit vor Ort aussieht, haben sie für uns in einem Bericht zusammen gefasst, den wir gerne veröffentlichen:
Hallo, liebe Tierfreunde!
Wir - das sind mein lieber Mann, der Thomas und ich, die Heidi - leben seit über 15 Jahren auf der sonst sehr schönen Insel Mallorca. Ganz schnell sind wir damals in den Tierschutz „geschliddert“!
Die
Touristen, die sich am Strand in der Sonne sehr wohl fühlen, ahnen nicht, was
sich ein paar Meter weiter im Hinterland an Tierelend abspielt… Da hängen Hunde
an manchmal weniger als ein Meter langen Ketten, die meisten Hunde werden ihr
ganzes Leben nicht abgemacht. Andere „leben“ in ganz kleinen Verschlägen,
abgedunkelt. Ab und zu wird ihnen „Futter“ (trockenes Brot, Abfall aus der Bar,
manchmal nur Muschelschalen oder Apfelsinenschalen) gegeben, aber lange nicht
jeden Tag. Das Gleiche gilt für Wasser. Wieder andere werden geschlagen,
getreten und wenn der Besitzer den Hund gar nicht mehr ausstehen kann - warum
auch immer - wird er ausgesetzt, oftmals mit dem Auto, an einem anderen Ort.
Mancher Hund läuft „seinem“ Auto noch viele Kilometer hinterher, bis die Ballen
blutig sind und er dann erschöpft aufgeben muss!
Die Entsorgung der Hunde ist vielseitig: manche werden lebendig die Klippen heruntergeworfen oder lebendig an Bäumen aufgehängt. Andere werden in die Plastiktüte gesteckt und es wird drauf geschlagen. Auch solche Tüten haben wir entdeckt - im Müllcontainer - aber aus der Tüte wimmerte es noch, der Hund war noch nicht ganz tot. Er konnte gerettet werden (dieser)! Ausgesetzte Hunde werden dann durch Hundefänger eingesammelt und in die „Tierheime“ gesteckt, die wir hier alle Tötungsstationen nennen. Denn diese Hunde werden nach 21 Tagen (wenn sie nicht abgeholt werden) getötet. Ob jung oder alt, ob Mischling oder Rassehund.
Viele
Menschen in Deutschland sagen: „Warum werden Hunde aus dem Ausland geholt,
unsere Tierheime sind doch auch voll!“ Der Unterschied ist aber, dass diese
Hunde in Deutschland nicht getötet werden, nicht einmal die „Kampfhunde“ (mit
denen die Tierheime in Deutschland oft voll sind). Diese Hunde haben oftmals
Paten, die sie ausführen und streicheln. Aber hier werden alle Hunde getötet!!!
Und um diese Hunde kümmern wir uns überwiegend. Wir holen sie aus den Tötungsstationen, bevor ihr Leben abgelaufen ist. Wir bringen sie auf unsere Finca. Hier bei uns fängt dann für manche Hunde erst ihr „freies“ Leben an. Viele Hunde sind stark traumatisiert, müssen erst durch uns lernen, dass der Mensch auch lieb sein kann, dass die Hände nicht schlagen, dass die Füße sie nicht mehr treten. Wir versuchen diesen Hunden sehr viel Liebe, Ausdauer und Pflege zu geben. Hunde, die zum Skelett abgemagert sind, werden aufgepäppelt, schreckliche Wunden behandelt.
Auf
unserer Finca laufen manchmal zwischen 25 und 35 Hunde herum, alle frei und alle
verstehen sich. Sicher sind in den 15 Jahren Tierschutz einige hundert Hunde von
uns gerettet worden, aber trotzdem sind unsere Rettungsaktionen nur ein Tropfen
auf den heißen Stein. Doch wir sagen uns: jeder Tropfen ist ein Hundeleben! Und
deshalb wollen wir so weiter machen, solange uns die Füße tragen werden!
Um aber weiter machen zu können, sind wir auf die Tierschützer in Deutschland angewiesen, die uns die geretteten Tiere in Deutschland gut vermitteln, in liebevolle Familien, aber uns auch in finanziellen Dingen unterstützen, denn jeder Hund, der nach Deutschland fliegt, kostet Geld. Die tierärztliche Versorgung muss gewährleistet sein und die Futterkosten. Tiere retten kostet leider auch sehr viel Geld!
Deshalb danken wir ganz herzlich dem Verein Herztier e.V., der sich angeboten
hat, uns in all diesen Dingen zu unterstützen und uns zu helfen. Wir freuen uns
auf eine gute Zusammenarbeit mit Menschen, die sich nicht profilieren, die nur
das Eine wollen, wie auch wir: Tiere zu retten, egal ob große oder kleine, junge
oder alte! Wir freuen uns vor allem über die Wärme, den lieben Ton, den Respekt,
die das Herztier-Team uns gegenüber anwendet, das ist leider nicht immer
selbstverständlich, deshalb DANKE Herztier.
(eben mit
)
Ihre Heidi und Thomas
Auch Maria Hülleré hilft als Privatperson Hunden und Katzen von der Straße und aus den Tötungsstationen. Sie engagiert sich für frei lebende Katzenkolonien, die sie hilft zu füttern und zu kastrieren. Maria lebt in Colonia St. Peré, abseits vom Trubel auf einer kleinen Finca. Neben ihren eigenen Hunden finden immer wieder Notfälle einen Unterschlupf. Maria möchte sich zukünftig hauptsächlich um Katzen und kranke oder behinderte Hunde kümmern, da sie wegen ihrer schmerzenden Knochen und Gelenke nicht mehr ausreichend Kraft für temperamentvolle Junghunde hat.

Der TSV Capdepera leistet als erste Organisation vor Ort wichtige Aufklärungsarbeit und sieht sich als „Anwalt der Tiere“. Durch Gespräche und regelmäßige Veröffentlichungen von Zeitungsartikeln zum Thema „Tierhaltung“ bemühen sich die Verantwortlichen um Aufklärung und Sensibilisierung der spanischen Bevölkerung für das Thema Tierschutz. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz werden mit Anzeigen gegen den Tierhalter geahndet. Vorab versuchen die Mitarbeiter, in Gesprächen mit den Eigentümern der Tiere eine Lebensverbesserung zu erreichen, was allerdings in den wenigsten Fällen gelingt, da sie auf völliges Unverständnis stoßen. Manchmal hilft eine Ermahnung durch einen Mitarbeiter der Policia Local (Ortspolizei). Im Winter werden Kastrationsaktionen durchgeführt und natürlich suchen auch hier einige gerettete Hunde und Katzen ein schönes Zuhause.
Herztier hilft bei der Vermittlung der Hunde des TSV Capdepera sowie des Tierheims von Pollenca. Wir danken dem Verein an dieser Stelle für die hervorragende Zusammenarbeit.